Grenzgänger: Eine schamanische Wanderung zwischen den Welten

21.–21. Juni 2019, Kleinwalsertal (bei Oberstdorf)
NEUER TERMIN: 27.–28. Juli 2019

Der 21. Juni ist die Sommersonnenwende – der längste Tag, die kürzeste Nacht des Jahres, die Grenze im Lauf der Sonne. An diesem Tag und dieser Nacht möchte ich zu einer ganz speziellen Wanderung einladen. 

Wir gehen am Tag hinauf zum Gipfel des Hohen Ifen. Er markiert nicht nur die Grenze zwischen Österreich und Deutschland, hier stößt auch tektonisch der afrikanische auf den europäischen Kontinent. Und Himmel und Erde begegnen sich. Für dich eine Gelegenheit, an deinen eigenen Grenzen entlang zu gehen – Altes loszulassen, Neues zuzulassen.

Dabei durchqueren wir eine wunderschöne, sehr vielfältige Landschaft. Schattige Wälder, enge Tobel. Weite Ausblicke. Eine bizarre, andersweltige Felslandschaft, die so gar nicht in die Alpen zu passen scheint. Wir verbringen Zeit auf dem Hohen Ifen, bei dem man bei gutem Wetter bis in die italienischen Alpen blicken kann. Wir erleben Betriebsamkeit und Einsamkeit – im Außen wie im Innen.

Grenzgänger Sonnwende

Sommersonnenwende

Die Sommersonnenwende hat in der Geschichte der Menschheit schon immer eine besondere Rolle gespielt. Selbst uralte Monumente wie die Cheops-Pyramide oder Stonehenge sind am Lauf der Sonne ausgerichtet.

Die Tage um den 21. Juni haben etwas Besonderes: Sie sind einerseits die Höhepunkt des Sommers, der sinnbildlich für das Leben und Lebendigsein steht. Alles blüht, summt und brummt. Andererseits ist die Sonnwende aber auch eine Erinnerung an die Vergänglichkeit aller Dinge, denn von nun an geht’s bergab: „Der Winter naht.“ Die Mönche des Mittelalters nannten das Memento mori, nach Psalm 90, Vers 12: Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden. Diese Tage laden darum dazu ein, loszulassen und im Wissen um unsere Endlichkeit das Geschenk des Lebens zu feiern, das wir jetzt und hier haben.

Grenzgänger Mond

Die Wanderung

Wir gehen mittags am 21. Juni im Kleinwalsertal los. Der Anstieg führt erst einmal durch waldiges Gebiet. Die erste Pause machen wir an einer archäologischen Stätte, an der schon Jäger in der Steinzeit pausiert haben. Dann bis hinauf zum Gottesacker-Plateau, wo wir eine weitere Pause machen. Anschließend überqueren wir den Gottesacker bis zur Bergstation der Ifen-Bahn. Von dort geht’s nach einer erneuten Pause dann hinauf zum Ifen. 

Die Nacht verbringen wir auf dem Berg und beginnen sie im Licht des abnehmenden Mondes mit einem schamanischen Ritual. Anschließend gehen wir im Licht des neuen Tages ins liebliche Schwarzwassertal hinunter (mit Einkehrmöglichkeit) und schließlich zurück zu unserem Ausgangspunkt.

Grenzgänger Felsspalte
Durchquerung des Gottesackers mit wilden Kluften

Ist diese Wanderung für dich?

An Grenzen geschehen interessante Dinge – Übergänge – nicht in der Mitte, wo alles immer gleich bleibt.
Neal Stephenson, Snow Crash

Diese „Grenzerfahrung“ ist nichts für zarte Gemüter! Wir gehen 1.000 Höhenmeter (Aufstieg ca. 7. Stunden) und übernachten auf 2.230 Metern Höhe. Gute Kondition, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gute Ausrüstung sind erforderlich. Es gibt ausgesetzte Stellen (aber mit Drahtseil-Sicherungen zum Festhalten). Wer Erfahrung mit Bergwandern hat, wird mit dieser Tour keine Schwierigkeiten haben. Sie ist lang, aber nicht schwer. In jedem Fall ist ein Vorgespräch erforderlich – melde dich also bitte bei mir.

Es geht an dem Tag auch darum, Dein Inneres zu erwandern. Deshalb braucht es von deiner Seite die Bereitschaft und das Interesse, deine Innenwelt anzuschauen. Dazu werden wir Zeiten der Stille beim Wandern haben, die wir als Medizinwanderung nutzen. Wir tauschen uns im Council miteinander aus. 

Die Wanderung eignet sich auch gut, um eine Frage mitzubringen, die du dir anschauen möchtest.

Grenzgänger-Wanderung - Der Gottesacker
Gottesacker – Foto: Uli Schineis

Das Land, auf dem wir gehen

Im Kleinwalsertal leben seit vielen Tausend Jahren Menschen. Schon in der Steinzeit wurde dieses Bergmassiv begangen – davon zeugt ein 8.000 Jahre altes Lager von Jägern, an dem wir vorbei wandern. Der Gottesacker ist eine skurrile Landschaft, ganz ähnlich dem Steinernen Meer am Königssee. Zerklüftete Felsen bilden eine Steinwüste, die ein wenig an ein Labyrinth erinnert – immer wieder tun sich Spalten auf, die einen zwingen, den Weg zu verändern. 

Der Hohe Ifen (2.230 m) selbst ist die Grenze zwischen Österreich und Deutschland. Der Grenzstein findet sich gleich neben dem Gipfelkreuz. Hier schiebt sich aber auch die afrikanische Platte gegen die europäische, und so wachsen die Alpen jedes Jahr ein kleines Bisschen. Wir wandern also auch auf der Grenze zweiter Kontinente. Auf einem Land, das einmal der Grund eines Ozeans war, und sich jetzt auftürmt und gleichzeitig abgetragen wird. Einem Land, das für Veränderung steht.

Grenzgänger Schamanismus

Schamanismus

Ich habe den Eindruck, hierzulande denken die meisten Leute bei dem Begriff „Schamane” an Indianer, die mit Federschmuck und weißem Salbei aus der nordamerikanischen Prärie oder aus dem südamerikanischen Dschungel kommen. Dabei stammt das Wort „Schamane“ interessanterweise gar nicht aus Amerika, sondern aus Sibirien. Es ist ein anthropologischer Sammelbegriff für eine Form von Spiritualität, die es auf jedem Kontinent der Erde gibt – und die wohl so alt ist wie der Mensch an sich.

Die Frage ist also, was denn „schamanisch” für uns bedeutet, mit unseren Wurzeln. Vor meinem christlichen Hintergrund, den ja viele in unseren Breitengraden teilen, sehe ich vor allem die Parallelen zur Mystik. Schamanismus wie Mystik erkennen die Gegenwart Gottes (oder des Göttlichen, der Lebenskraft, Spirit) in allem. Und beide Sichtweisen sehen unsere lichtvollen Seiten ebenso wie die Schatten. In der Ganzheit liegt die Kraft – in der Verbundenheit mit allem. Das zu erfahren ist die Einladung dieser Wanderung.

Grenzgänger
G’schafft: Sonnenaufgang auf dem Ifen – Foto: Uli Schineis

Kosten, Infos und Anmeldung

Wir starten am Freitag, 21. Juni 2019 27. Juli, 12.00 Uhr am Parkplatz der Talstation der Ifen-Bahn im Kleinwalsertal (gebührenpflichtiger Parkplatz).  Zurück sind wir je nach Tempo und ob/wie lange wir einkehren etwa gegen Mittag oder am frühen Nachmittag des 22. Juni 28. Juli.

Kosten: Die Kosten für Wanderung und schamanische Begleitung betragen 130 Euro. Etwaige Anzahlungen werden erstattet, wenn die Wanderung von mir abgesagt wird. Bei Nichterscheinen trotz Anmeldung wird ein Unkostenbeitrag von 50 Euro berechnet. Sollte ich absagen müssen (z. B. wetterbedingt), wird der volle Betrag erstattet.

Nachdem du dir den Abschnitt „Ist diese Wanderung für dich?“ (oben) sorgfältig durchgelesen hast, kannst du dich gerne anmelden oder dich mit Fragen an mich wenden. Die Teilnahme erfolgt auf eigene Gefahr und Verantwortung. Ein Vorgespräch (telefonisch oder persönlich) ist unbedingt erforderlich.
Achtung: Bei schlechtem Wetter fällt die Wanderung aus. Die Entscheidung dazu treffe ich am Abend vorher oder am Morgen des 21. Juni 27. Juni.